Trainingslager 2016 - Anstrengung, Spaß und gelebte Integration

 

Vom 12. bis 14. August machten sich 12 TVW’ler wieder einmal auf den Weg ins 410 Kilometer entfernte Erdmannsdorf (bei Chemnitz), um das sechste Trainingslager in Folge zu absolvieren. Da in den letzten Jahren die Erfahrungen im Tischtennis-Treff und mit Trainer Roland Stapf durchweg positiv waren, entschieden sich die Teilnehmer auch dieses Mal wieder für die Durchführung in Erdmannsdorf (zur Auswahl stand noch die Tischtennis-Schule Zugbrücke Grenzau). Die Teilnehmer machten sich gegen 11 Uhr auf den Weg und dank der Initiative von Lippi konnte dieses Mal für die Fahrt der Transporter/Bus der Stadt Nidderau genutzt werden. Somit fuhren 8 Teilnehmer mit dem „Stadt-Bus“ (Fahrer war Lippi), die restlichen 4 Teilnehmer fuhren mit Ralphs Auto. Nach knapp 5 Stunden Fahrt kamen die Teilnehmer gut am Zielort, dem „Landgasthof Erbgericht“ in Erdmannsdorf, an.

 

Die TVW-Trainingsgruppe setzte sich homogen aus Mitgliedern aller drei Mannschaften des TVW zusammen: vier Spieler der 1.Mannschaft (Otto, Sebi, Lippi und Rico), 4 Spieler der „Zweiten“ (Raphael, Klaus, Philipp und Ralph), 3 Spieler der „Dritten“ (Heinz, Jürgen und Nezar) sowie der ehemalige TVW’ler Andreas Kienast.

 

Kurz nach Ankunft stand auch schon die erste von vier Trainingseinheiten auf dem Programm. Dabei lag das Hauptaugenmerk der Trainingseinheiten und der Übungen darin, sich den letzten Feinschliff für die anstehende Saison zu holen. Nach intensiver Erwärmung ging es am ersten Abend vor allem um die grundsätzlichen Schlagtechniken. Nach Trainingsende stand das gemeinsame Abendessen im „Erbgericht“ an, welchem ein langer und gemeinsamer Abend im Tischtennis-Treff folgte. Dieser bestand aus der einen oder anderen Partie Billard, Tischkicker sowie vielen Skat- und Doppelkopfrunden. Natürlich wurde auch die eine oder andere Entscheidung der Olympischen Spiele in Rio live am Fernseher verfolgt und mit den deutschen Teilnehmern mitgefiebert. Die letzten TVW’ler gingen weit nach Mitternacht ins Bett, mussten sie doch am nächsten Morgen wieder fit und motiviert am Tisch stehen.

 

Am Samstagmorgen 9 Uhr ging es in die 2. Einheit, welche aus verschiedenen Varianten von Angriffsschlägen mit Vor- und Rückhand bestand. Hauptaugenmerk legte Roland auf den „Bananenflip“, ein Schlag welcher im modernen Tischtennis mittlerweile zu den Grundschlägen gehört. Alle 12 Teilnehmer hängten sich voll rein und zogen in den jeweils 2 Stunden Training voll mit. Trainer Roland gab jedem Teilnehmer individuelle Tipps zur Verbesserung der eigenen Technik, es gab Videoaufzeichnungen jedes Spielers mit anschließender individueller Analyse auf dem Fernseher. Auch wenn die Einheiten mitunter körperlich sehr anstrengend und fordernd waren, so hatten die Jungs bei den Übungen viel Spaß und nahmen einige Anregungen für das eigene Training in den nächsten Wochen und Monaten mit.

Zwischen den beiden Samstagseinheiten stand wie üblich eine kleine touristische Aktivität auf dem Plan: dabei entschied man sich mehrstimmig für eine Partie Minigolf in Augustusburg. Es wurden zwei Gruppen gebildet, welche anschließend die 18-Loch-Minigolfanlage in Angriff nahmen. Auch wenn einige Schläge die Löcher bzw. Hindernisse mehr oder weniger deutlich verfehlten, brachte die Partie Minigolf die erhoffte Abwechslung und Entspannung. Die Jungs hatten sichtlich Spaß und am Ende stand Klaus als Gesamtsieger im Minigolf fest. Als Belohnung gönnten sich einige Jungs eine (oder mehrere) Kugel(n) Eis. Kurz danach ging es wieder zurück ins „Erbgericht“, stand doch die 3.Trainingseinheit bevor. Nach dieser Einheit und dem gemeinsamen Abendessen stand dann wieder der gesellschaftliche Aspekt im Fokus.

 

Am Sonntagmorgen stand schließlich die letzte Einheit bevor. Diese Einheit wird von Roland traditionell in Form eines kleinen Turniers ausgetragen, so dass auch der Wettkampfcharakter im Trainingslager nicht zu kurz kommt. Dafür wurden die 12 TVW’ler gemeinsam mit den 8 Teilnehmern der zweiten Trainingsgruppe (Sportfreunde aus Leipzig) in zwei Leistungsgruppen aufgeteilt, basierend auf der Leistungsstärke. Innerhalb der Leistungsgruppen wurde Jeder-gegen-Jeden gespielt. Während den Sieg in der 1.Leistungsgruppe von Andreas Kienast errungen wurde, setzte sich in der 2.Leistungsgruppe Raphael durch.

 

Nach Abschluss des Turniers und dem gemeinsamen Mittagessen machten sich die Teilnehmer um kurz nach 13 Uhr wieder auf den Rückweg in die hessische Heimat. Dort angekommen, ließ sich jeder Teilnehmer auf dem heimischen Sofa nieder, kurierte seinen Muskelkater und nutze die verbleibenden Abendstunden, um sich von den Anstrengungen des Trainingslagers zu erholen.

Trotz der körperlichen Strapazen und Anstrengungen ziehen die Teilnehmer des diesjährigen Trainingslagers auch nach der 6.Ausgabe erneut ein positives Fazit und freuen sich bereits auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Doch vorher geht es darum, den Schwung und die Erkenntnisse des Wochenendes in die beginnende Punktspielrunde zu übertragen und einen gelungenen Saisonstart hinzulegen.

 

Besonders zu erwähnen ist noch, dass die Abteilung Tischtennis das diesjährige Trainingslager dazu genutzt hat, um das allgegenwärtige und aktuelle Thema „Flüchtlinge und Integration“ in die Praxis umzusetzen. Hierfür hatte die Abteilungsleitung die Idee, dass unser „neues“ Abteilungsmitglied Nezar, syrischer Flüchtling, welcher seit Dezember 2015 in Ostheim lebt und seit Anfang 2016 zur TT-Abteilung gehört, die Teilnahme am Trainingslager „finanziert“ bekommen soll.

 

Dafür beteiligte sich eine Vielzahl der Abteilungsmitglieder an einer „Spendenaktion“, die letztendlich dazu führte, dass sämtliche Kosten für Nezar (Unterkunft, Kursgebühr, Verpflegung und Spritkosten) übernommen werden konnten. Somit konnte Nezar am Trainingslager teilnehmen und seine TT-Fähigkeiten weiterhin ausbauen, ohne dafür selbst etwas zahlen zu müssen. Doch nicht weniger wichtig ist die Tatsache, dass Nezar dadurch die Möglichkeit gegeben wurde, für einige Stunden seinem tristen Alltag zu entkommen und „aktiv“ in das Leben der Tischtennis-Abteilung integriert zu werden. Hierfür möchte sich die Leitung der Abteilung Tischtennis (auch im Namen von Nezar) nochmals recht herzlich bei den „Spendern“ bedanken.